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Gleisarbeitende
     
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© Foto: Deutsche Bahn AG / Max Lautenschläger
Ssenkju vor Träweling

Deutschland entdeckt mit dem Neun-Euro-Ticket das Bahnfahren. Aber auch das mobile Arbeiten im Zug?

Was passieren muss, damit bald noch mehr Arbeitende in temporären Work Spaces mit “Willkommen an Bord” geherzt werden, prognostiziert der inperspective snacks Newsletter #40.
inperspective snacks - Der Lead - Alle einsteigen, bitte
© Foto: Deutsche Bahn AG / Max Lautenschläger
Alle einsteigen, bitte
von Rüdiger Laube

Ding Dong

“Der ICE von Berlin nach München, Abfahrt um 8:30 Uhr, fährt auf Gleis 2 ein. Bitte Vorsicht an der Bahnsteigkante. Die ersten beiden Wagen sind für die Fahrgäste der 1. Klasse reserviert, mobile Arbeitsplätze finden Sie im … krrz krrz krzzzzz”.

Was wollte die freundliche Durchsagerin den Wartenden mitteilen? Wer die Steckdose als Erstes findet, darf sie bis München behalten? In der 1. Klasse mag jeder Platz eine Steckdose bieten, in der zweiten ist das Stoff kühner Träume. Mit Pech hemmt ein fremdes Handy über Stunden die Stromzufuhr für den benachbarten Laptop. Digitale Nomad:innen unter beruflichem Zugzwang leiden besonders. Und überhaupt: Die Rückenlehne wackelt, der Klapptisch reicht für einen Laptop. Mehr nicht.

Um nicht ungerecht zu sein: Inzwischen funkt das Bord-WLAN durch fast jeden ICE. Schnell überlastet, doch es gibt ja auch Offline-To-dos. Die Funklöcher will die Bahn bis 2026 stopfen. Verspätung nicht ausgeschlossen.

Das Homeoffice auf Schienen

“Zuhause unterwegs” verspricht das neue Innenraumdesign des ICE. Klingt wie ein Homeoffice auf Schienen – und ist es womöglich auch. Die Farben bleiben mit Grau und Blau unspektakulär. Helles Holz für Wände, Tische und Sitzrückseiten machen das rollende Office gemütlich. Der Einsatz von Leder wird zugunsten von Kosten, Pflegeaufwand und Nachhaltigkeit reduziert.

Steigen soll der Komfort für Gleisarbeitende. Bezogen mit modernem Gewebe punkten ergonomische Einzelsitze durch eine neuartige Sitzkinematik mit verstellbarem Rücken- und Kopfteil. Die breiteren Sitze der 1. Klasse schmeicheln der Figur noch individueller. Bis zu 900 Proband:innen sollen die Behaglichkeit getestet haben. “Mobile first” heißt es bei den beleuchteten Klapptischen mit integrierter Tablethalterung. Selbst an zusätzliche Ablagen dachten die Designer:innen.
inperspective snacks - Projekt - Deutsche Bahn - Tablethalterung
© Foto: Deutsche Bahn AG / Max Lautenschläger
Um berufstätige Gäste buhlen auch das neue Bordrestaurant und das Bordbistro. Laptops sind dort seit 2019 erlaubt, sofern andere Fahrgäste nicht murren. Lange Handygespräche bleiben allerdings untersagt. Im Burgundy-Rot der DB-Trachten locken Sitzbänke und Stehtische mit Barplätzen die Fleißigen. Fast wie in einem Co-Working-Space.
inperspective snacks - Projekt - Deutsche Bahn - Boardbistro
© Foto: Deutsche Bahn AG / Max Lautenschläger
Das perfekte Büro auf Schienen. Oder?

Die Deutsche Bahn hat den Bedarf der geschäftlich Reisenden erkannt und von Innenarchitekt:innen kreieren lassen. Zügige Umsetzung wurde zugesagt. Doch reicht das?

Nicht ganz.

Zu kurz kommen Sicherheit, Diskretion und Datenschutz. Wohin mit Unterlagen und Laptop beim Gang aufs Örtchen? Wie den Bildschirm vor neugierigen Blicken schützen? Wo ungestört telefonieren? Auf diese Fragen findet das ICE-Design keine Antworten.

Der perfekte Co-Working-Space auf Schienen braucht einen eigenen Waggon. Ohne Durchgangsverkehr zur Bordbar. Aktive Pendler:innen arbeiten an einem sichtgeschützten Einzelplatz – akustisch optimiert, mit einem PIN-geschützten Fach, angenehm beleuchtet, vielleicht mit produktivem Geruch.

Teamworker:innen tagen in verschiedenen großen Sitzgruppen. Ausreichend Steckdosen und USB-Anschlüsse für mobile Endgeräte perforieren die Tische. Längere Telefonate führen Unermüdliche in schalldichten Kabinen. Das rollende Office nutzt ein eigenes WLAN, das Netz ist schnell.

Spannend wäre die Erhebung, wie viele Fahrgäste dieses Angebot annehmen und einen Preisaufschlag akzeptieren würden. Oder deren Arbeitgebende. Auf ICE-Strecken sind es mutmaßlich viele. Feste Arbeitsplätze in bestimmten Zügen oder Abos könnten ein neues Geschäftsmodell prägen.

Nun sind Büroplaner:innen gefragt. Ein Contest für das beste rollende Office wäre eine Herausforderung – und ein PR-Move der Bahn. An den Zielgruppen scheitert es nicht, denn die Arbeitswelt wird mobiler. Wozu sonst entstehen an Bahnhöfen weltweit immer mehr Co-Working-Spaces?
     
Der Weitblick
     
     
Utrecht, Niederlande
Ein futuristischer Zug will die Rushhour durch mobile Arbeitszeiten aufweichen. Pendler:innen arbeiten in Sitzgruppen oder an Einzelarbeitsplätzen. Das Design der Nederlandse Spoorwegen stellt Anouk Vleugels auf der Plattform TNW vor.
     
     
Kawasaki, Japan
Die Tokyu Railways Co. baute einen ausrangierten Triebwagen von 1931 zu einem nostalgischen Office Space um. Die Plätze sind beliebt bei Homeoffice-müden Beschäftigten, berichtet Sho Hatsumi in der The Asahi Shimbun.
     
     
Gent, Belgien
Laut einer Umfrage der französischen Agentur EPSA ist die Produktivität im Zug doppelt so hoch wie im Flugzeug. Das berichtet die Journalistin Marie Borremans für Scone.
     
       
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