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Wie Nachhaltigkeit im Büro gelingt
     
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Adieu!

Neue Nachhaltigkeitsziele verbannen altbewährte Drucker in die Bedeutungslosigkeit. Das Papiersparen ist beim Streben nach ökologischeren Büros jedoch nur Pillepalle.

Unternehmen müssen den Wandel zu mehr Nachhaltigkeit im Büro auf unterschiedlichsten Ebenen vorantreiben. Aber wie? Das verrät Transformationsberater Daniel Obst von der Agentur 2020 in inperspective snacks #41.
inperspective snacks - Der Lead - Das Experteninterview: Was Architekt:innen nachhaltig bewegen können
Das Experteninterview: Was Architekt:innen nachhaltig bewegen können
von Kevin Berg

inperspective: Nachhaltigkeit ist momentan in allen Bereichen ein bestimmendes Thema. Warum auch in Büros?

Daniel Obst: Weil es überall Verbesserungspotenzial gibt. Das betrifft Bürogeräte und Möbel, aber auch die unscheinbaren Produkte auf dem Schreibtisch. Zum Beispiel Haftnotizen. Die meisten Zettelchen sind nicht recycelbar, weil sich der Klebestreifen kaum vom Papier trennen lässt. Sie müssen verbrannt werden. Recycelbare Alternativen sind dagegen mit dem Siegel des “Blauen Engels” gekennzeichnet.

inperspective: Woran erkennen Architekt:innen eigentlich einen nachhaltigen Büromöbelhersteller?

Daniel Obst: Finde ich auf der Website keine Informationen zur Nachhaltigkeit, ist das ein schlechtes Zeichen. Es braucht Transparenz. Existieren Inhalte, ist besonders die Zertifizierung relevant. Auf vielen Produkten ist das FSC-Zeichen vermerkt (Forest Stewardship Council). Das ist ein Anfang, aber es geht besser. Beispielsweise mit dem PEFC-Label (Programme for the Endorsement of Forest Certification Schemes). Das steht für ein größeres Engagement in der regenerativen Holzwirtschaft.

inperspective: Viele Unternehmen betrachten Nachhaltigkeit ausschließlich aus ökologischer Perspektive. Die ökonomischen und sozialen Sichtweisen fehlen meist. Welche Gewichtung der drei Punkte empfiehlst du bei der Planung eines Büros?

Daniel Obst: Für mich gibt es keine klare Gewichtung. Aufgrund planetarer Grenzen und der Ressourcenknappheit ist der ökologische Aspekt der dringlichste. Was Unternehmen bauen, sollte für viele Jahrzehnte bestehen und keine kurzfristigen Umbauten erfordern.

inperspective: Wie können Innenarchitekt:innen das Thema gestalterisch aufgreifen?

Daniel Obst: Pflanzen prägen ein angenehmes Raumklima und haben eine gewisse Symbolik. Diese wirkt auf Mitarbeitende und auf Kund:innen. Manchmal reichen schon kleine Dinge für einen positiven Einfluss. Eine Tafel, die an das Mülltrennen erinnert oder ein Poster mit den 17 Nachhaltigkeitszielen der Vereinten Nationen, besser bekannt als SDGs (Sustainable Development Goals). Diese Hinweise erzeugen Aufmerksamkeit für dieses wichtige Thema.
inperspective snacks - Pflanzen im Büro
inperspective: Die 17 Nachhaltigkeitsziele sollen weltweit die nachhaltige Entwicklung fördern. Welche SDGs sind für das Büro relevant?

Daniel Obst: Genau genommen: alle. Besonders bedeutsam sind Ziele wie die hochwertige Bildung. Dazu zählt das Wissen über Nachhaltigkeit. Wenn Menschen verstehen, worum es geht, unterstützen sie die Bemühungen. Deshalb sind Tafeln mit Hinweisen und Erklärungen zum Mülltrennen durchaus zweckdienlich. Genauso fördern Unternehmen das Ziel Gesundheit und Wohlergehen mit ergonomischen Arbeitsplätzen oder gesunden Alternativen für die Verpflegung.

inperspective: Wie definierst du generell ein nachhaltiges Büro?

Daniel Obst: In einem nachhaltigen Büro wird möglichst wenig Müll produziert. Das gilt für den Bau und die Planung der Arbeitsräume, selbstverständlich auch für den Betrieb. Es sollte im Alltag möglichst kein nicht-recycelbarer Abfall entstehen. In einem nachhaltigen Büro verbrauchen die Nutzer:innen ihre Ressourcen verantwortungsvoll. Das gilt für Papier, Holz, Wasser oder Energie. Eine unterschätzte Größe ist die Datenspeicherung. Im Durchschnitt werden 80 Prozent der gespeicherten Dateien nie wieder verwendet. Dadurch steigt der Bedarf nach Serverkapazitäten, die wiederum Strom fressen.

inperspective: Welcher Schritt ist auf dem Weg zum nachhaltigen Büro besonders elementar?

Daniel Obst: Die Planung und das Design bilden die Grundlage. In dieser Phase entscheiden Unternehmen über Materialien und die Raumaufteilung. Deswegen setzt das Design den Rahmen für die Nachhaltigkeit eines Büros. Unternehmen, die keine Expertise im eigenen Haus haben, rate ich wegen der komplexen Thematik zu externer Unterstützung.
inperspective snacks - Bürodesign
inperspective: Was können Firmen tun, die Büros in Bestandsbauten beziehen?

Daniel Obst: Auch in einem bestehenden Gebäude können nachhaltige Maßnahmen wirken. Produkte wie Haftnotizen sind nach dem Verbrauch leicht gegen ökologische Alternativen auszutauschen. Zudem können Unternehmen den Mitarbeitenden Leitungswasser mit einem Aufsprudler schmackhaft machen. Wer Wasser aus dem Hahn statt aus der Flasche trinkt, verursacht eine sechshundertfach geringere CO2-Belastung.

Bei Möbeln und Geräten sollten sie Nachhaltigkeit besonders mitdenken. Bei beschädigten Gegenständen reicht oft eine Reparatur. Sie ermöglicht eine längere Nutzungsdauer und spart Ressourcen. Wer neu kaufen möchte, darf die alten Möbel gerne weitergeben. Gemeinnützige Einrichtungen, Schulen oder Vereine sind sehr dankbar für Spenden.

inperspective: Produktideen wie Gräta, PALMBERGs Vision eines Schreibtisches mit positiver Ökobilanz, existieren vielerorts nur auf dem Papier. Wie wichtig sind diese Gedankenspiele?

Daniel Obst: Solche Ideen sind äußerst wertvoll. Sie zeigen, was möglich ist. Denn oftmals fehlt den Menschen die Vorstellungskraft. Sie glauben nicht, dass es bessere Lösungen geben kann und wählen das geringste Übel. Symbole und Visionen beweisen das Gegenteil. Mehr noch: Sie schaffen Aufmerksamkeit.
inperspective snacks - Projekt Gräta von PALMBERG
inperspective: Zum Abschluss: Was empfiehlst du Architekt:innen, die ein nachhaltiges Büro anstreben?

Daniel Obst: Sie sollten sich dringend das notwendige Detailwissen aneignen. Das gelingt über Seminare, Schulungen oder externe Spezialist:innen. Dann der Blick auf die Produkte: Architekt:innen müssen Hersteller kennenlernen und hinterfragen, besonders deren Zertifizierungen. Dazu gilt es bei Design und Material schlau abzuwägen. Der Bau mit Holz ist im ersten Schritt zwar teurer als mit Beton, dafür bietet er Vorteile in der Akustik. Das verbesserte Raumklima dient wiederum der Gesundheit der Mitarbeitenden.
       
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