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Lost Spaces
     
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Na, altes Haus!

Lange Zeit rangen Unternehmen um die Stadtzentren fĂŒr ihre BĂŒros. Was vormals Ansehen versprach, ist heute fĂŒr die wenigsten bezahlbar.

Erste Organisationen leiten den Paradigmenwechsel ein und wagen den Umzug in alte Industriehallen. Wann Mitarbeitende und ihre Umwelt davon profitieren, erklÀrt inperspective snacks #44.
inperspective snacks - Der Lead - Renaissance der Ruinen
Renaissance der Ruinen
von Kevin Berg

Wo sonst FließbĂ€nder ratterten und Pressen Ă€chzten, schweigen heute die verstaubten Maschinen. Mit dem letzten Surren der GerĂ€tschaften endete das produktive Treiben. UnzĂ€hlige leer stehende Industriehallen fristen ein bedeutungsloses Dasein. Zumindest so lange, bis sie in grauer Zukunft als Lost-Space-Attraktionen dienen könnten. Zur traurigen Wahrheit gehört auch: Obwohl Wohnungen und Gewerbeimmobilien vielerorts knapper werden, steigen die Leerstandsquoten in zahlreichen BundeslĂ€ndern.

Doch der Verfall ließe sich vermeiden, argumentiert James Botteril. Der Autor des Workdesign Magazines bewertet alte Industriehallen und ehemalige WarenhĂ€user als prĂ€destinierte FlĂ€chen fĂŒr kĂŒnftige Arbeitsorte. Botteril schreibt: »Die Menschen wollen in inspirierenden RĂ€umen arbeiten, und dafĂŒr braucht es: Platz. Unternehmen, die großartige FlĂ€chen anbieten können, sind zweifelsohne im Vorteil.«

In den umkĂ€mpften BallungsrĂ€umen ist dieser Platz nicht vorhanden. Unternehmen wachsen, ihre BĂŒros nicht. Sogenannte Breakout Areas wirken oft wie ein spĂ€rliches ZugestĂ€ndnis.

Ein Neubau im GrĂŒnen? In wirtschaftlich unsicheren Zeiten kaum finanzierbar. Und ohnehin: Wer komplett vom ersten Spatenstich baut und dabei das Thema Klima zu oft beiseiteschiebt, schadet der Umwelt. FĂŒr jeden Neubau entstehen erhebliche Mengen CO2.

Es bleibt eine Alternative: Bestand. Wer ihn nutzt, spart Material und vermeidet unnötige CO2-Emissionen. Wer saniert und Ressourcen »upcycled«, gibt außerdem ein nachhaltiges Statement ab. Und zwar eines, das Mitarbeitende zweigleisig erreicht.

1. Das Nachhaltigkeitsbewusstsein der kommenden Generationen steigt. Besonders junge Kandidat:innen wollen fĂŒr »Good Companies« tĂ€tig sein. Das BĂŒro kann der Showroom fĂŒr die Unternehmenskultur sein.

2. Wer FlĂ€chen fĂŒr die individuelle Entfaltung erhĂ€lt, fĂŒhlt mehr WertschĂ€tzung und weniger Stress.
Schwupps die engen RĂ€ume in der City verlassen und eine taugliche Halle im Gewerbegebiet nutzen? So leicht ist es nicht. Gestalter:innen mĂŒssen einige planerische Aspekte beachten. Unter anderem:

NĂ€he. Das Zentrum von StĂ€dten ist gut an den Nahverkehr angeschlossen, der urbane GĂŒrtel eher abgekapselt. Die tollsten Arbeitsumgebungen bringen wenig, wenn niemand sie umstandslos erreicht und das Homeoffice attraktiver erscheint als das Pendeln.

Nahrung. In Zeiten der Remote-Freuden ist der Lunch mit den Kolleginnen und Kollegen ein gewichtiger Grund fĂŒr die Fahrt ins BĂŒro. Befinden sich diese fernab von kulinarischen Angeboten, sinkt die Motivation. Offices außerhalb der Stadtzentren mĂŒssen Nahrungsangebote auffahren. Notfalls Automaten, aus denen hochwertige Convenience-Gerichte purzeln.

DĂ€mmung! Bestandsbau ist nachhaltig, aber auch die Nutzung muss es sein. Kurz: In alten und schlecht sanierten GemĂ€uern zieht es schnell, die RĂ€ume kĂŒhlen aus. Nicht nur wegen der Kosten fĂŒr die Beheizung ist das ein Desaster. Zu kalte oder warme Temperaturen können Wohlbefinden und ProduktivitĂ€t der Crew lindern.
FACT SHEET
Neu ist oft schmutzig
     
 
Icon Kran
 
   
Dank des Pariser Klimaabkommens und neuer Gesetze wird Nachhaltigkeit fĂŒr die meisten Unternehmen wichtiger. In der Baubranche kommt der Trend jedoch langsamer an. Der Sektor verursacht 38 Prozent der globalen CO2-Emissionen. Das ist der erste Platz – zeigt ein Bericht der UN.
 
     
     
 
Icon Papierkorb
 
   
FĂŒr manche Unternehmen ist die Sanierung eines Hauses nicht lukrativ. Sie bauen nach eigenem Gusto und produzieren viel MĂŒll! Laut Umweltbundesamt verursacht die Baubranche mit 200 Millionen Tonnen pro Jahr mehr als die HĂ€lfte des Abfalls in Deutschland.
 
     
     
 
Icon Trend steigend
 
   
Der weltweite Bau-Boom verstĂ€rkt die Rohstoffknappheit. Ein Beispiel: Mit 560 Tonnen verwendeter natĂŒrlicher Ressourcen verursacht die deutsche Baubranche 90 Prozent des Jahresverbrauches. Diese Zahlen veröffentlichte die Deutsche Bundesstiftung Umwelt.
 
     
     
Projekt der Woche
     
Projekt der Woche - Gwynne Street Studio - Aussenansicht
     

Gwynne Street Studio - Melbourne, Australien

Ein altes Lagerhaus in Melbourne bot dem Architekturstudio Biasol so viel Platz, dass gleich ein weiteres Unternehmen mit einziehen konnte. Sharing ist Caring – und wirtschaftlich lukrativ.

Biasol selbst designte einen BĂŒrocampus, der die industrielle Vergangenheit mit modernen BĂŒroanforderungen kombiniert. Wo frĂŒher Bilder, BĂŒsten und Blumenvasen die Regale fĂŒllten, entwerfen Architekt:innen heute die GebĂ€ude von morgen.

Biasol bewahrte fĂŒr das Design einige Teile des ursprĂŒnglichen Lagerhauses. Die metallene Dachkonstruktion zieht sich durch den gesamten GebĂ€udekomplex und dient als Rahmen fĂŒr TĂŒren und Fenster. Die farblich wohl temperierte Einrichtung sowie die verwendeten Pflanzen durchbrechen das kĂŒhle Schwarz. Durch das transparente Dach dringt außerdem reichlich Tageslicht in die RĂ€ume. Das hebt die Laune der Mitarbeitenden und fördert deren LeistungsfĂ€higkeit.

Und: Große GlaswĂ€nde zwischen einzelnen Bereichen vermitteln Offenheit. Davon gibt es in der weitlĂ€ufigen Immobilie mehr als genug.

© Design: Biasol
© Fotos: Ari Hatzis

     
Projekt der Woche - Projekt der Woche - Gwynne Street Studio - Innenansicht
     
     
     
Der Weitblick
     
     
Nashville, USA
In ungenutzten FabrikgebĂ€uden können beeindruckende BĂŒrowelten entstehen. Sie begeistern Mitarbeitende und ĂŒberzeugen sogar Bewerbende. Autor David Hollerith prĂ€sentiert sechs umgewandelte FabrikgebĂ€ude.
     
     
Hamburg, Deutschland
Selbst unbegehbare Industriehallen können als Rohstofflager fĂŒr kĂŒnftige Projekte fungieren. Charlotte Horn und Sharon Welzel erklĂ€ren fĂŒr den Norddeutschen Rundfunk das Prinzip des »Urban Minings«.
     
     
New Jersey, USA
Zusammen mit weiteren Faktoren wirkt sich neuer Freiraum positiv auf die Gesundheit der Mitarbeitenden aus. Forbes-Journalist Alan Kohll erklÀrt, wie Beinfreiheit das Wohlbefinden beeinflusst.
     
       
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