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Annyeonghaseyo!
Nein, das ist keine neue Band, die irgendwas mit Pocahontas singt. Das ist Koreanisch und heißt: Guten Tag!
Diese Ausgabe wird zumindest im Einstieg einen asiatischen Touch haben. Denn es geht um Kreativität und Schöpfergeist. Und wie wir diesen Zustand viel häufiger erreichen – idealerweise an geeigneten Arbeitsplätzen.
Ob es den einen perfekten Platz für Kreativität gibt – das zeigt Ausgabe #130 von inperspective snacks!
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von Hannes Hilbrecht
Der große Künstler Salvatore Dali hielt eigentümlich Mittagsschlaf. Er setzte sich mit einem schweren Schlüssel in der Hand in seinen Sessel. Neben dem Fauteuil stellte er eine Pfanne mit der Rückseite nach oben.
Sobald Dali einschlief, knallte der Schlüssel mit einem lauten Wumms auf die Pfanne. Das schrille Geräusch sollte den Künstler wecken. Das Ziel des Boheis? Dali empfand den Übergang vom Schlafen zum Wachsein als besonders kreativen Moment. Er sah, so gab er an, an dieser Schwelle die surrealen Bilder, die er später auf Leinwänden bannte.
Unter Kreativen sind solche Rituale nicht selten. Besonders in Asien »arten« diese unter Künstlerinnen und Künstlern sogar zu einem Volkssport aus. Der Schriftsteller Haruki Murakami läuft jeden Tag eine Stunde, ehe er zum Marathon-Schreiben ansetzt.
Die eigenwillige Künstlerin Yayoi Kusama hat aus dem stundenlangen und meditativen Malen von Punkten eine Kunstform erschaffen. Video-Pionier Nam June Paik setzt schon mal die umgangssprachliche Kettensäge an und zerstört alte Ideen, um auf neue zu kommen.
Kreativität ist harte Arbeit – wie auch ein überliefertes Zitat des Schriftstellers Jack London darlegt. Der sagte: »Du kannst nicht auf Inspiration warten, du musst sie mit einem Knüppel jagen.«
Mit dem Knüppel jagen ist eine Option – aber geht es auch anders? Also einfacher, harmloser, planbarer?
Die klare Antwort: ja. Man muss sich nur damit beschäftigen, was im Gehirn vor und während des Zustands der Kreativität passiert.
Denn das, was scheinbar aus dem Nichts kommt, kommt gar nicht aus dem Nichts.
Zunächst muss man wissen, was im Gehirn passiert, wenn ein kreativer Prozess startet. Das wichtigste Wort ist »Vernetzung«.
Im Gehirn müssen verschiedene Netzwerke zusammenarbeiten, damit sich Gedanken zu etwas Höherem entwickeln können. Ein kurzer Überblick:
Das sogenannte Default Mode Network (DMN) ist für das freie Denken, Tagträumen und Assoziieren zuständig. Es produziert die berühmten wie ominösen Geistesblitze.
Dazu kommt das in anderen Hirnregionen schaltende Executive Control Network. Das ECN bewertet und steuert Ideen. Hier entscheidet sich, was im Kopf haften bleibt und was gedanklich entsorgt wird.
Das sogenannte Salienznetzwerk vermittelt zwischen DMN und ECN. Es scannt permanent die eintreffenden Reize auf relevante Informationen. Mehr zu den drei Netzwerken erfährst du im Factsheet.
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Default Mode Network (DMN) Das Netzwerk liegt vor allem im medialen präfrontalen Cortex, posterioren cingulären Cortex, Precuneus und Parietallappen. Stimuliert wird das DMN durch bewusste Pausen, monotone Tätigkeiten wie Joggen, Spaziergänge oder Meditation. Bei manchen ist es auch das Handyspiel. Zugang: Fokus lösen!
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Executive Control Network (ECN) Das ECN ist vor allem im dorsolateralen präfrontalen Cortex und Parietallappen lokalisiert. Aktiv wird das Netzwerk durch klare Ziele, To-do-Listen und strukturierte Arbeitsblöcke. Auch bewusste Selbstkontrolle und Reflexion helfen. Zugang: Fokus anschalten!
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Salienznetzwerk Das Netzwerk ist im anterioren insulären Cortex und anterioren cingulären Cortex angesiedelt. Dieses Netzwerk schaltet zwischen Kreativ- und Kontrollmodus um. Aktiviert wird es durch neue äußere Impulse oder emotionale Gedanken. So soll eine sanfte Melancholie kreativitätsfördernd sein. Zugang: Hinhören und hinfühlen.
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Wer sich an die kreativen Rituale der Künstlerinnen und Künstler erinnert, wird nun vielleicht verstehen, warum sie funktionieren.
Sie bringen sich in einen Zustand der Ruhe und des Ausgleichs. Sie fokussieren sich danach priorisiert auf eine Aufgabe. Und sie setzen sich anschließend Reizen aus, damit sie wieder in den richtigen Modus schalten können. Kurz: Ob bewusst oder unbewusst – alle Beispiele dienen der Netzwerkarbeit im Kopf.
Bleibt eine Frage: Wie lässt sich der kreative Zustand am Arbeitsplatz wie ein Feuer schüren? Eine Checkliste zum Abschluss!
1. Es gibt keinen perfekten Platz. Kreativität liebt den Wandel. Ein Tag am festen Schreibtisch kann träge machen, ein neuer Blickwinkel löst plötzlich Ideen. Das Gehirn braucht unterschiedliche Reize. Routinen sind selten ein Freund der Inspiration.
2. Büro als Resonanzkammer verstehen. Das Büro lebt von Begegnungen: Gespräche im Flur, ein Witz an der Kaffeemaschine, eine Umarmung zum Abschied. Wo Menschen sich austauschen, entstehen Wahrnehmungen und Impulse. Für Kreativität extrem wichtig!
3. Räume für Rückzug nutzen. Große Ideen wachsen im Stillen. Deshalb braucht es Orte, an denen man sich für eine Weile unsichtbar machen kann. Sofaecken, Lesesessel, eine kleine Bibliothek. Rückzugsräume sind Inkubatoren für Geistesblitze.
4. Bewegung und Wandel ermöglichen. Wer sitzt, bleibt oft auch gedanklich stehen. Gehwege, flexible Schreibtische, kurze Spaziergänge durchs Haus – Bewegung ist der gesündeste Weg der Entfokussierung – und damit der Beginn der nächsten Konzentrationswelle.
5. Visuelle und emotionale Reize zulassen. Pflanzen, Bücher, Kunst an den Wänden oder das eigene Lieblingsfoto auf dem Tisch – Kreativität braucht Reize. Idealerweise sind manche auch emotional konnotiert.
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Agiles Arbeiten trifft auf durchdachte Bürogestaltung
Die Seitenbau GmbH aus Konstanz setzt auf die Digitalisierung öffentlicher Prozesse. Dafür braucht es vor allem Hirnschmalz für gute Ideen bei der Umsetzung. Die Räume, in denen diese entstehen sollen, hat PALMBERG konzipiert und ausgestattet. Eine Referenz.
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© Fotos: PALMBERG
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