Räume der Macht
     
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Tach auch!

Jetzt ist es schon wieder vorbei: Die 5. Ausgabe von inperspective live! war in Düsseldorf eine richtig feine Sache.

Mehr als drei Stunden wurde über Büros gesprochen, die uns verbinden oder trennen. Besonders einprägsam war ein Thema, das wir deshalb direkt in dieser Ausgabe aufgreifen: Die Macht der Räume auf unsere Psyche ist fundamental unterschätzt. Mehr erfährst du hier!
inperspective snacks - Der Lead - Zonierung fürs Hirn
Zonierung fürs Hirn
von Hannes Hilbrecht

Eine Notaufnahme irgendwo im Pott.

Die Tapeten so grau, dass man Angst haben muss, dass sich das Papier-PVC-Mischmasch gleich altersschwach von den Wänden schält. Die Fliesen, die auch frisch gebohnert dreckig aussehen. Der Mief von Desinfektionsspray, der in der eigenen Nase sticht. Und dann auch noch die Stühle aus hartem, ockerfarbenen Hartplastik. Särge zum Sitzen.

Immer wieder hört man von Tumulten, die sich in Notaufnahmen abspielen. Weil es zu lange dauert. Weil Kinder mit angeknacksten Knöcheln um die Aufmerksamkeit der Eltern plärren. Weil aus noch so vielen Gründen.

Aber die Aggressivität, das zeigen spannende Beispiele aus der Praxis, entsteht nicht nur aus totgesparten Prozessen und immer gallig werdenden Erwachsenen. Auch Räume tragen ihre Mitschuld. Denn: Verändert ein Raum plötzlich sein Antlitz ins Freundliche, werden die Menschen auch freundlicher,, sagt Prof. Dr. Axel Buether. »Seitdem wir eine Notaufnahme umgestaltet haben, die jetzt farbenfroher und heller ist, gab es keine Übergriffe mehr.«

Die US-amerikanische Umweltpsychologin Lilly Bernheimer argumentiert in einer Fachzeitschrift in die gleiche Kerbe: »Räume machen uns gesünder oder kränker, kreativer oder stumpfer, verbundener oder einsamer. Und das Tückische daran: Wir merken es nicht.«

Doch was passiert eigentlich in unserem Gehirn, wenn wir einen Raum betreten, der uns erdrückt, quasi psychologisch einlullt? Und wie drehen wir das ins Positive? Zeit für eine Folge Terra inperspective!
Das Büro als Hormonschleuder: Was passiert, wenn der Raum zudrückt
Dein Gehirn bemerkt, wie schädlich ein Raum ist, bevor du auch nur den Laptop aufgeklappt hast.

Denn dein Kopf scannt permanent die Umgebung. Ein Überbleibsel aus Zeiten, in denen ein falscher Höhleneingang den Unterschied zwischen Mittagessen und Mittagessen-Sein bedeutete. Diese Sicherheitsprüfung läuft komplett unbewusst ab. Du merkst davon so wenig wie von der Lüftungsanlage im Großraumbüro. Aber dein Nervensystem protokolliert mit.

Ein Raum, der drückt, also zu eng, zu dunkel, zu stickig ist, löst im Gehirn denselben Alarm aus wie eine vage Bedrohung. Die Amygdala, unser internes Frühwarnsystem, funkt an die Nebennieren: »Cortisol, bitte. Flott.« Cortisol war eigentlich für den Sprint vor dem Säbelzahntiger gedacht. Im Konferenzraum »Altentreptow« ohne Tageslicht macht es aber etwas anderes: Es verengt den Denkraum. Buchstäblich.

Die Gehirnregion für kreatives Denken, Planung und komplexe Lösungen wird in ihrer Aktivität heruntergedimmt. Dein Nervensystem leitet die Blutversorgung um: weg vom Stirnhirn, hin zu Hirnstamm und Amygdala – den Arealen, die Herzschlag, Atmung und Alarmbereitschaft steuern. Die Kreativabteilung bekommt eine Budgetkürzung, während die Panik-Etage personell aufstockt.

Parallel drosselt der Körper die Ausgabe von Serotonin und Dopamin in der Kantine deiner Körperchemie. Das sind leider die Botenstoffe für Ruhe, Zufriedenheit und Antrieb. Was bleibt, ist der Zustand, den jeder kennt, der acht Stunden in einem Raum saß, in dem selbst die Topfpflanze den Kopf hängen lässt: stumpfe Erschöpfung bei gleichzeitiger Unruhe.
Die Zonierung im Schädel
Hier wird es für Büroplaner spannend: Was im Gehirn passiert, spiegelt exakt das, was eine schlechte Raumplanung anrichtet.

Ein drückender Raum ist für das Gehirn das, was eine kaputte Zonierung fürs Office ist. Alles verschwimmt. Keine Trennung zwischen Fokus und Austausch, zwischen Anspannung und Erholung. Gute Räume dagegen zonieren – und genau das braucht auch unser Kopf. Tageslicht signalisiert dem Hypothalamus: »Produktion hochfahren.« Höhere Decken aktivieren nachweislich abstraktes Denken. Warme Farben und Materialien (wie Kork) senken messbar den Cortisolspiegel. Und Blickachsen ins Grüne? Für das Gehirn ein Kurzurlaub in Millisekunden.

Wer die Zonierung im Raum vergisst, vergisst die Zonierung im Kopf. Und dann sitzen morgens nicht die Kreativen am Schreibtisch, sondern biochemisch lahmgelegte Menschen, die unter Dauerstress Mails beantworten und sich fragen, warum ihnen seit Monaten nichts Gutes mehr einfiel.

Die Antwort hängt nicht immer an der Decke. Aber manchmal eben doch.
best practices
Die wichtigsten Learnings von inperspective live! in Düsseldorf
     
 
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Farben führen uns emotional stärker, als wir glauben.
Prof. Dr. Axel Buether illustrierte das am Beispiel einer Notaufnahme, die er mit seinem Team umgestaltete. Vorher kam es dort regelmäßig zu angespannter Stimmung, die sich auch gegenüber dem Personal entlud. Der Raum wirkte steril-kalt wie eine triste Klinik. Dann brachten Farben und Bilder Licht und Hoffnung hinein. Die Folge: mehr Geduld und Ruhe bei den Patientinnen und Patienten. Trotz gleicher Sorgen.
 
     
     
 
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Räume bauen Brücken.
Das machte die Raumgeberin Ines Reusch im Panel deutlich. Ihr Beispiel: Im Pausenraum eines ostdeutschen Unternehmens gab es eine klare Lagerbildung. Die Alteingesessenen separierten sich von den neuen Kolleginnen und Kollegen. Gemeinsinn kam nicht auf. Ines' Antwort: die alten Räume komplett aufbrechen. Keine halben Sachen, sondern eine komplette Neugestaltung. Alte Sitzinseln raus, Stehtische rein. Das brach das Muster und schuf neue Brücken. Die Basis? Überhaupt erst mal verstehen, was das Problem der Teams ist und nicht den bequemen Weg ohne Hinhören gehen.
 
     
     
 
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KI macht uns einsam, aber das muss nicht sein.
Gemini, Claude und Chatti – die neuen besten Freunde im Büro haben immer eine Antwort parat. Und sie sind auch sehr wertschätzend. Nur sind das keine Menschen, sondern KI-Bots. Das führt zu immer mehr Einsamkeit, wie Studien zeigen. Und Einsamkeit macht krank, unproduktiv und im Job unglücklich. Das Spannende? Ausgerechnet KI kann die Lösung sein. Denn sie hilft Architektinnen und Architekten dabei, Raumkonzepte zu finden, in denen Menschen positiv miteinander kollidieren. Und ja: ganz real.
 
     
Impressionen inpersepctive live! im Showroom Düsseldorf © PALMBERG
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